Faktor Mensch – einen halben Tag getrieben

Ohne ENOS sind wir um unser Leben geschwommen

Schwimmen ums nackte Überleben

Faktor Mensch, einen halben Tag getrieben  —  ohne ENOS sind wir um unser Leben geschwommen
 
Bei unserem Erkundungstauchgang an einem neuen Dive Spot hatten wir zwar alles nur Erdenkliche an Sicherheitsausstattung dabei, dennoch haben alle diese Mittel letztlich versagt. Nur mit viel Glück und enormer Kraftanstrengung sind wir in der glücklichen Situation, hierüber berichten zu können.
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Unser "Abenteuer" hat sich in einem Tauchrevier von Weltklasse ereignet. Mit von der Partie waren der Basisleiter und sein Buddy, meine Frau und ich.
Morgens ging es los und nach einer knappen Stunde Fahrt hatten wir den "Hot-Spot" erreicht: ein sogenannter "Pinnacle" im freien Wasser, der wie eine Säule aus der Tiefe aufsteigt und knapp über die Wasseroberfläche rausragt  —  ein Magnet für Großfisch.
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Die Strömung war extrem und hatte uns unter Wasser von dem Pinnacle weit weg getragen, hinaus ins offene Meer. Aufgeblasene Rettungsbojen, Trillerpfeifen, Schreie und winkende Flossen in der Hand sind auf diese Entfernung und bei dem Wellengang völlig wirkungslos.
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Am Anfang war ich noch relativ ruhig ... Das Boot musste doch einfach irgendwann auftauchen und uns aufnehmen! Warum finden die uns nicht? Nach über einer Stunde im offenen Wasser haben wir dann aber so allmählich realisiert, dass das Boot uns gar nicht mehr sehen kann und uns auch nicht mehr aufnehmen wird.
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Nach einer Nacht auf dem Meer hätte ich uns für den nächsten Tag wenige Chancen gegeben.
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Durch den starken Wellengang und die Anspannung, hatte meine Frau den Zustand völliger Erschöpfung erreicht. Atmung war vorhanden, aber sie konnte sich nicht mehr bewegen und war kaum ansprechbar. Mit aufgepumpten Jacket habe ich sie dann 4 Stunden abgeschleppt. ... Gegen 16:00 Uhr konnten wir endlich die Steilküste ausmachen. Meterhohe Brecher die in die Felsen schlugen – ein Ausstieg war unmöglich.
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Unser Erlebnis ist so dramatisch, dass es veröffentlicht wurde, in dem Magazin "TauchHISTORIE", Ausgabe 03/2015, Seite 37.
 
Oliver und Claudia